29 Oktober 2006

Umzug

Zugegeben, jetzt war es wieder ein paar Tage ruhig hier. Das heißt aber nicht, dass wiederum eine monatelange Zeit des Schweigens beginnen würde. Nein, ich war - sozusagen im Hintergrund - eifrig damit beschäftigt, die bisherigen Daten zu Blogger Beta zu schaffen und mich dort ein bisschen einzuarbeiten. Haupthindernis war, das mein bisheriges offline-Blog Tool (das ansonsten sehr empfehlenswerte w.bloggar) eben (noch) nicht mit Blogger Beta zurechtkommt. Also ein neues Tool suchen (meine Wahl fiel auf den nigel-nagel-neuen Windows Live Writer), ausprobieren, und mich ärgern, das nichts klappt, wie ich es will ... was aber auch daran liegen mag, das ich mich gleich mit zwei Beta-Versionen rumschlage und ich schon recht lange am Rechner sitze, und konzentrationstechnisch auf dem letzten Loch pfeife.

Daher soll hier auch erstmal Schluß sein für jetzt. Es geht weiter!

25 Oktober 2006

Ich

(Hier geht es um mich, den Autor dieses Blogs. Diesen Beitrag werde ich von Zeit zu Zeit aktualisieren, wenn es neue Erkenntnisse über mich zu berichten gibt).

I lived my life in shadow,
Never the sun on my face
It didn't seem so sad though,
I figured that was my place
            Tara (im Buffy Musical) - I'm under your spell
 

Ich bin Anfang 30. Eigentlich intelligent. Die Amerikaner würden mich wohl einen underachiever nennen. Ich habe Abitur. Zvildienst geleistet. Ein naturwissenschaftliches Studium begonnen. Das Studium aufgrund meiner sozialen und psychischen Probleme nach 20+ Semestern erst einmal abgebrochen. Ich hoffe, es in absehbarer Zukunft wieder aufnehmen und erfolgreich abschließen zu können.

Ich komme aus einer kleinen Stadt. Ich sage nicht, welche. Meine Familie lebt noch dort. Mittlerweile lebe ich in Dortmund. Bin zum Studium hier her gekommen. Mehr sage ich dazu nicht.

Ich bin ein Scheidungskind. Das Nesthäkchen meiner Familie. Während ich meine Probleme vor mir hergeschoben habe, habe ich die Finanzen meiner Familieangehörigen stark belastet. Ich habe nie um etwas bitten müssen. Leider. Vielleicht hätte ich dann frühzeitiger meine Probleme angegangen. Vielleicht ... ein GROßES VIELLEICHT ...

Ich bin groß. Und dick. Eine Kombination aus langzeitigem Übergewicht und schwachen Bindegewebe verleiht mir ein etwas schwabbeliges Aussehen. Mir gehen langsam die Haare aus. Immer, wenn eine Frau etwas nettes über mein Äßeres sagen will, sagt sie Aber Du hast so schöne Augen. Meine Erscheinung ist mir weitestgehend egal.

Ich bin ein Kopfmensch. Ich grüble. Oft. Nehme Kleinigkeiten zu wichtig. Zu oft. Ich bin sensibel. Ich bin rechthaberisch. Aber ich lasse es niemanden wissen.

Ich bin ein Technikmensch. Ich brauche zwei Videorekorder. Einen DVD-Spieler. Einen Computer. Natürlich einen Fernseher. Ich habe noch nie vom Bett aus fern gesehen. Ich sehe viel zu viel fern. Es ist mein Hobby. Ich brauche keine Urlaubsreise. Keine Markenbekleidung. Kein Essen auswärts. Keine Konzertbesuche.

Ich habe keine Zimmerpflanzen. Schon gar keine Haustiere. Ich bin sozial unsicher. War nur für eine Schrecksekunde mal in einer Beziehung. Momentan will ich gar keine Beziehung. Ich habe Angst vor einer Beziehung. Zuviel Verantwortung. Ich bedaure, dass ich die Zeit für zwanglose Beziehungen in meinem Leben verpaßt habe.

Ich leide unter Agoraphobie. Angst ist ein beständiger Teil meines Lebens. Ich habe meine Angst mein Leben ruinieren lassen. Rückblickend kann ich manchal nur den Kopf schütteln. Aber ich habe trotzdem Angst vor dem Morgen.

Ich bin ein Nachtmensch. Nach Sonnenuntergang bin ich deutlich kreativer, als bei Sonnenschein.

21 Oktober 2006

Über dieses Blog

Zunächst mal: ja, ich bevorzuge für Blogs das 'Neutrum' - und lasse mich davon weder durch gute Worte noch Gewaltandrohungen abbringen!
Dieses Blog soll mir dazu dienen, mich mit meiner Situation - unter besonderer Berücksichtigung meiner psychischen Probleme - auseinander zu setzen. Meine Gedanken niederzuschreiben. Grade die, die mir schon seit längerer Zeit nicht aus dem Kopf gehen. Manchmal auch im Schreibprozeß Ideen zu entwickeln. Etwas greifbares zu haben, dass ich eventuell mal nachlesen kann. Erinnerungen zu fixieren, an Zeiten, die fraglos vorbei gehen werden - auf die eine oder andere Weise. Teilweise auch ein bisschen Verantwortung für meine Handlungen zu übernehmen, wo sie das Leben anderer nachteilig beeinflussen und ich nicht in der Lage bin, persönlich Verantwortung zu übernehmen. In der Hoffnung, eines Tages dazu in der Lage zu sein, die Verantwortung auch persönlich zu übernehmen.

Aus obigem Ausführungen wird ersichtlich, das es mir hier zunächst um mich geht. Natürlich hoffe ich, dass der eine oder andere Leser sich hierhin verirrt. Liest. Reflektiert. Kommentiert. Für sich etwas mitnimmt. Aber das sind eben nur Nebenziele.

Und während ich mich über Rückmeldung, Kommentare, gar eMails, sehr freuen würde, möchte ich doch gerne anonym bleiben. Nicht, um mich zu verstecken, um aus dem Verborgenen heraus zu schimpfen, zu beleidigen oder gar Rechtsbrüche zu begehen. Sondern einfach aus dem Gefühl heraus, das Selbsthilfe in Annonymität besser gelingen kann - weil man sich selber schüt;zend zurückziehen kann, wenn das tägliche Leben zu fordernd wird, man überfordert ist.

Ich werde nicht umhin kommen, hier auch von meiner Familie und meinem sonstigen sozialen Umfeld zu berichten. Auch ihnen werde ich Anonymität gewähren. Letztlich würde jemand, der mich persönlich kennt, wohl auch die Figuren meines Lebens wiedererkennen, wie ich sie hier beschreiben werde. Meine 'Verschlüsselung' zu knacken, dürfte jemanden, der mich kennt, nicht schwer fallen. Und wenn es denn sein muss, bitte - entschlüsselt.

Ich mag mich hier über die Personen aus meinem Leben beschweren, ihre Menschlichkeit bemängeln. Letztlich hat mir aber niemand vorsetzlich oder auch nur leichtfertig Probleme bereitet, mich verletzt, gedemütigt oder anderweitig geschädigt. Eigentlich hatte ich mit meinem sozialen Umfeld immer recht großes Glück.

20 Oktober 2006

Was seitdem geschah

Mein letzter Eintrag liegt nun fast 13 Monate zurück. Seitdem hat sich nicht viel gutes getan, dafür aber viel nicht so gutes. Letztendlich hat meine Angst den Wettlauf gegen meine Therapiebestrebungen gewonnen: da ich mit meinen Therapiebestrebungen nicht voran gekommen bin (sondern mich von den vielen kleinen Hürden hab dauerhaft aufhalten lassen, doch dazu später mehr), hat meine Angstproblematik schließlich Überhand gewonnen. Da ich mich kaum noch nach draußen bewegt habe, hab ich mir (schleichend) eine Thrombose geholt und bin in Folge dessen mit einer (leichten) Lungenembolie im Krankenhaus gelandet. Als ich da schließlich raus kam, hatte sich meine Angstproblematik ein gutes Stück weiter entwickelt. Die ersten Panikattacken folgten. Im Sommer konnte ich schließlich meine Wohnung nicht mehr verlassen, ohne starke Angstzustände zu bekommen - begleitet von Zittrigkeit und Herzrasen. Also habe ich meine Wohnung nicht mehr verlassen. Habe mich zunächst von Freunden versorgen lassen. Schließlich konnte ich mich überwinden, und ärztliche Hilfe suchen.
Seit knapp acht Wochen nehme ich mittlerweile ein Antidepressivum. Seit sechs Wochen kann ich das Haus wieder verlassen, habe aber immer noch in gewissen Situationen leichte bis mittelschwere Angstreaktionen. Immerhin kann ich mich wieder selbst versorgen.
Mittlerweile habe ich mich exmatrikuliert (bin also offiziell ein Studienabbrecher) und bin im dem Prozeß, öffentliche Unterstützung zu beantragen.

Und wieder kann ich nur sagen Von hier ab kann es doch eigentlich nur besser werden! ...