29 November 2006

Mal wieder krankschreiben lassen

Da meine Krankschreibung am auslaufen war, mußte ich also wieder beim Facharzt vorstellig werden. Neues Rezept bitte, sonst nicht viel zu berichten. Aber eine bange Frage. Das Arbeitsamt will wissen, wie denn meine (gesundheitlichen) Zukunftsprognosen aussehen (bei längerer als sechsmonatiger Krankschreibung würden die mich dann gerne zum Sozialamt abschieben - wunderbare Vorstellung: mich nicht nur mit einem Amt in einem kräfteraubenden Disput befinden, nein, Spielball zwischen zwei Ämtern werden ... Angst kommt auf). Nach Beginn einer Therapie binnen sechs bis acht Wochen wieder eingeschränkt belastbar, sagt der Arzt. Weiss noch nicht, ob ich mich freuen soll. Oder eben nicht. Muß die Therapieplatzsuche wieder forcieren.

18 November 2006

Zu Besuch bei Fremden

Vor einer Woche habe ich zum ersten mal wieder Leute besucht, die zwar von meinen Problemen mit Agoraphobie gehört hatten, aber nur aus zweiter Hand, nämlich durch den Musiker. Besagte Leute, ein Päarchen, sind durchaus nette Leute, die ihrem Freundeskreis engagiert zur Seite stehen. Aber da ich nicht zu ihrem Freundeskreis gehöre, stand es außerhalb jeder Erwartung, dass sie mir in meiner Kriesenzeit Hilfe anbieten, Anrufen oder eine Mail schreiben. Trotzdem bin ich mir sicher, dass sie mir im Notfall geholfen hätten, wenn ich sie expliziet um Hilfe gebeten hätte. Kumpels halt.

Bei meinem Besuch - bei dem es weitestgehend um gemeinsame Hobbies (unsere einzige Verbindung) ging - kam die Sprache nun auch auf mich und meine schwere Zeit. Dabei sind mir zwei Dinge wiederfahren, die mich dann immerhin die ganze Woche nicht los gelassen haben.
Zunächst mal dieser Mir-ist-was-ganz-ähnliches-passiert-Zwang. Heutzutage kann niemand (den ich kenne) mehr wirklich zuhören, jedesmal müssen Antworten mit einem eigenen Bezug (oder doch zumindest mit einem Bezug zu anderen Bekannten) gefunden werden.
Und als zweites ein Kommentar von der Dame des Hauses: Ist aber immerhin schön zu sehen, dass man in so einer Situation Freunde hat, die sich um einem kümmern. Ich hatte das Bedürfnis, darauf zu antworten, hab das Bedürfnis aber unterdrückt. Sicher, ich hatte meine (zwei) Leute, die für mich einkaufen gegangen sind, Rezepte, Überweisungen und dergleichen zwischen Ärzten und Apotheken transportiert haben. Aber die habe es mir nicht leicht gemacht. Der eine (der bereits vorgestellte Musiker), wohnt recht weit entfernt und ist terminlich eigentlich ausgelastet - auch kann ich mich spontan nicht daran erinner, dass er mich in den 10 Jahren unserer Bekanntschaft jemals von sich aus angerufen hätte. Eine Haltung, die er auch in meiner Kriesenzeit nicht geändert hat. Der zweite, Heinrich (von dem an anderer Stelle ausführlicher zu berichten sein wird) hat grundsätzlich ein Problem damit, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen und hat es mir sicher auch nicht leicht gemacht. Er wußte, dass er aufgrund seiner räumlichen Nähe zu mir und seiner relativ hohen Freizeit nun mal der war, für den diverse Botendienste mit dem geringsten Aufwand verbunden waren. Das Problem ist, dass er kein gutes Gespür für die Kritikfähigkeit seiner Mitmenschen hat, am wenigsten meine. Er hat nie ein Probleme, sich über etwas zu beschweren. Das führte dazu, dass ich ihn nur im Notfall ansprechen wollte. Letztendlich ist er einmal die Woche für mich einkaufen gegangen. Und in diesem Sommer bedeuteten grade meine Getränkebedürfnisse (obwohl ich gewohnheitsmäßig oft Leitungswasser trinke) eine hohe Traglast. Nicht selten in den 12 Wochen meiner Krise hab ich 'noch einen Tag länger' ausgehalten, bevor ich ihn um einen Einkauf bat. Auch fehlt dem jungen Mann doch sehr stark Eigeninitiative - wenn von meiner Einkaufsliste Artikel nicht vorrätig waren, hat er nie vorgeschlagen, in den kommenden Tagen nochmal oder bei einem anderen Supermarkt vorbei zu schauen. Und ich hatte nicht das Gefühl, dass es für meine Versorgungssituation förderlich sein würde, ihn durch weitere Forderungen zu verärgern.
Ich hatte also insgesamt nicht das Gefühl, Stärke in meinen Freunden zu finden. Meine Hilfsbedürftigkeit hat meine Erwartungen in die Begrenztheit meines sozialen Umfeldes recht deutlich bestätigt. Niemand hat mich im Stich gelassen - aber es ist auch niemand über sich hinaus gewachsen ...

Mein Problem ist nun eigentlich, dass manche Dinge, manche Geschehnisse, Abläufe, Situationen aus meiner Kriesenzeit eigentlich aufgearbeitet werden müssten, mit den Betroffenenbesprochen werden. Das würde aber auch Kritik an meinen Helfern bedeuten. Aus meiner Lage heraus habe ich natürlich auch diverse Fehler gemacht. Manchmal Hilfe als selbsverständlich angesehen. Häufig erst 'in letzter Minute' um Botengänge und Einkäufe gebeten, was dann bei meinem Helfer zu einem unglücklichen Terminplan führte.
Und wegen meiner Fehler und der Dankbarkeit glaube ich, nicht in der Lage zu Kritik zu sein. Außer hier vielleicht. oder im Therapeutengespräch.
Deswegen habe ich letzte Woche zu dem Thema geschwiegen ...

14 November 2006

Mit angezogener Handbremse ...

Momentan blogge ich hier viel seltener, als ich eigentlich möchte. Das liegt zu weiten Teilen daran, dass ich - vor allem im Bereich Navigation und so ziemlich allem, was sich im rechten Menu finden sollte, noch einiges vorhabe, aber beständig auf Schwierigkeiten stoße. Zudem bin ich auch mit meinem Blog-Tool (Windows Live Writer) sehr unzufrieden - was zu einem guten Teil daran liegt, dass es die Möglichkeiten von Blogger Beta (wo dieses Blog gehosted wird) nicht unterstützt. Und momentan komme ich nicht dazu, mir ein neues Tool zu suchen. Zudem kenne ich mich nur (halbwegs) mit HTML aus, wohingegen Blogger Beta eben mit dessen Derivat XML arbeitet - wieder Probleme, die aufzulösen mir momentan die Zeit fehlt.

Arztbrief

Ich war ja Mitte des Jahres wegen einer Thrombose mit anschließender (kleiner) Lungenembolie im Krankenhaus. Dabei wurde auch eine Testreihe mit Bluttests angesetzt, um festzustellen, warum ich schon in so jungen jahren eine Thrombose habe und ob bei mir eventuell erblich bedingt ein erhöhtes Risiko für Thrombosen besteht.

Eigentlich war auch nach meiner Entlassung ein persönliches Gespräch in der der Abteilung angeschlossenen Ambulanz vorgesehen, dass ich aber wegen meiner Angsprobleme abgesagt habe. Statt dessen habe ich vor drei Wochen einen Arztbrief angefordert. Mittlerweile ist der dann auch eingetroffen. Und wow, bin ich nach dem Lesen angepisst!



  1. Testergebnisse: Am wichtigsten waren mir die Testergebnisse der Blutuntersuchungen - schließlich werde ich das mein Leben lang jedem Arzt erzählen (müssen). Die erteilte Auskunft ist jedoch höchst oberflächlich, nämlich Hereditäre Thrombophilie als heterozygote Faktor 2 Mutation oder einfacher genetisch bedingtes doppeltes Thrombose Risiko. Aber nichts über die durchgeführten Tests! Denn aus dem an meinem Krankenbett geführten Dialog meines Assistenzarztes und seines Chefs schließe ich, dass die Testreihe nicht wirklich standardisiert ist. Oder: Ich weiss nicht mal heutzutage, ob die wirklich alle 'angezeigten' Tests durchgeführt haben - wie blöd ist as, wenn ich in 30 Jahren einem Arzt berichten muß, das da 2006 was festgestellt wurde, und keiner weiß, welche neuen Erkenntnisse (und Tests) dann vorliegen. Das ärgerte mich sehr!

  2. Lungenentzündung: In Folge der Lungenembolie entwickelte sich eine leichte Entzündung des Lungengewebes, weswegen ich im Krankenhaus dreimal täglich einen Antibiotika-Tropf bekam. Da mein Entlassungstermin wegen anderer Umstände kurzfristig nochmal (über ein Wochende) nach hinten verschoben wurde, hatte ich nur veraltete Informationen über die weitere Behandlung dieser Lungenentzündung (hatte einfach vergessen, da noch mal nachzufragen). Bei meinem ersten Hausarztbesuch hab ich also die halbe Praxis in Arbeit gestürzt, rauszufinden, ob ich eigentlich noch weiter Antibiotika brauchte. Nach fünfmaligem weiterverbinden hat eine Sprechstundenhilfe schließlich als Antwort Nein erhalten.
    Der Arztbrief sagt nun aus Wir empfehlen weiterhin die Kontrolle der Entzündungsparameter nach Entlassung. Vier Monate später! (Und auch der Ambulanztermin wäre einen Monat nach Krankenhausentlassung gewesen ...)

  3. Angstsymptomatik: Die Angst hatte schon recht weit von mir Besitz ergriffen, was auch meinem behandelnden Arzt nicht verborgen geblieben war. Er bot mir an, die Einstellung auf weiterführende Medikamente durchzuführen (sprich: Antidepressiva), was ich aber im Vertrauen auf meinen Facharzt zurückwies. Weiterhin wies er mich auf eine örtliche Spezialklinik mit angeschlossener Ambulanz hin und stellte dies als weitere Therapiemöglichkeit vor, insbesondere wenn ich mit dem Fortgang meiner geplanten (ambulanten) Gesprächstherapie nicht zufrieden wäre. Im Arztbrif heißt es nun Wir [...] empfahlen die Aufnahme einer stationären Therapie. Daran kann ich mich nicht erinnern!

05 November 2006

Der Musiker

(Dieser Eintrag beschäftigt sich mit einer Person, die für mein Leben besonders wichtig ist - bei neuen Entwicklungen wird er ergänzt werden)



Geize mit dem Augenblick
aber verschende Dein Leben

Der Musiker hat mit mir angefangen, zu studieren. Es handelt sich um einen kleinen naturwissenschaftlichen Studiengang - viele sozial unbeholfene Jungs, ein paar Mädels. Alles in allem überschaubar und daher lernte man jeden (und meist auch aus dem vorherigen und folgenden Jahrgang) kennen.
Der Musiker zeichnete sich nun dadurch aus, dass er erstens eine Freundin in der Heimat hatte und zweitens durch sein Hobby Musik noch enen zweiten Freundeskreis besaß, während die meisten Komolitonen doch irgendwie auf die Mitstudierenden als Freizeitgefährten angewiesen waren.


Recht schnell erkannte der Musiker, dass er mit dem Studienfach nicht wirklich glücklich werden würde. Er verpasste jedoch den rechtzeitigen Zeitpunkt zum Absprung und ging somit des BAFöGs verlustig. Er suchte sich einen Job, der ihn sehr einspannte und von der Herde entfernte. Als erster erlebte er, wie wenig sich innerhalb der Gruppe um andere gekümmert wurde: wer zufällig anwesend war, wurde zu allen Aktivitäten informiert und eingeladen - aber niemand telefonierte jemandem hinterher (und Handys/SMS/eMail waren noch nicht so verbreitet). Häufig hieß es dann Hat eigentlich jemand dem Musiker bescheid gesagt?. Häufig war die Antwort Schulterzucken ...


Sein Engagement auf der Arbeit und in einer Band führte dazu, dass sich der Musiker häufig mit mehreren kolidierenden Terminen konfrontiert sah. Zumeist schien er erstmal bei allen zuzusagen (bzw. nicht NEIN zu sagen) und sich erst kurzfristig für einen bestimmten zu entscheiden. Das brachte ihm den Spitznamen Kapitain zuverlässig ein - "Kommt 'der Musiker'? - Er hat 'vielleicht' gesagt ... - Also 'Nein!'" ...


Er trennte sich schließlich - nach monatelangen Ankündigungen - von seiner Freundin und hatte schon ein Auge auf eine Komolitonin geworfen. Die älteste Geschichte der Welt: Junge verliebt sich in Mädchen - Mädchen will 'nur Freunde' sein - Junge geht drauf ein, kommt aber nicht über sie hinweg - sie beginnt eine Beziehung - Junge besäuft sich und beleidigt sie im besoffenen Kopf. Was ein weiterer Grund für seine Entfernung von der Gruppe sein dürfte.


Der Musiker setzte sein Leben fort, versuchte sich in zwei Durchgängen an der örtlichen FH (was teilweise an Desinteresse, teilweise an Koordinatiosproblemen zwischen Job und Studium lag), fand eine neue Freundin, zog mit ihr zusammen. Es folgte lange Zeit relative Funkstille.


Prinzipiell habe eigentlich nur ich Kontakt zu ihm gehalten, und das auch aus wenig altruistischen Gründen: er hatte eine Flatrate und ich wollte Sachen heruntergeladen haben. Erwähnenswert ist auch, dass der Musiker bei einem Umzug nicht - wie sonst allgemein üblich - auf die Hilfe der versammelten Gruppe zurückgegriffen hat, sondern das mit zwei Arbeitskolegen selbst in die Hand nahm - obwohl er bei Umzügen anderer Leute stets hilfsbereit war.


Es kam zum abrupten Ende seiner Beziehung, und damit hatte er wieder mehr Zeit. Mittlerweile hatte er ein Fernstudium begonnen und dank guter Fortschritte war klar, dass er das zuende bringen würde. Zudem begann er mehrere Hobbies: Golfen, InternetPoker, AmericanSports. Auch weiterhin ging er durch verschiedene soziale Gruppen, und hat aus den letzten zehn Jahren eigenen Angaben zufolge genau einen Freund 'mitgenommen'.


Im Zuge meiner Erkrankung ist er über sich hinausgewachsen, das kann man nicht anders sagen. Er ist zwar nicht der Typ, der bei mir anruft und fragt, Was kann ich tun? oder auch nur Wie geht es Dir?. Aber bei jedem Ich brauche ... war er sofort zur Stelle. Ob es nun mein Hilfeersuchen aus dem Krankenhaus war (ich bin für mich eher überraschend wegen einer Thrombose vom Hausarzt eingewiesen worden und hatte daher keine Kleidung dabei), gelegentliches Einkaufen (er musste immerhin vom anderen Ende der Stadt anreisen), Begleitung bei meinem ersten Einkaufen und schließlich bei meinem Kontakt mit dem Arbeitsamt (beim ersten mal vier Stunden Schlangestehen, Begleitung beim zweiten Termin).
Dafür bin ich ihm ewig dankbar!

02 November 2006

Beim Arbeitsamt - Erstantrag

Jetzt war es soweit, dass ich zum ersten Mal selbst beim Arbeitsamt war. Bekanntlich war ich ja bis Ende Oktober Student, habe nichts verdient und entsprechend ist Hartz IV, was mich dann erwartet. Zunächt hatte ich Anfang Oktober - im Schutz einer ärztlichen Krankmeldung - Freund Musiker mit Vollmacht vorgeschickt, meinen Antrag klar zu machen. Er ist also hingegangen, hat vier(!!!) Stunden rumgestanden, bis er endlich dran kam. Dann hatte er einen eher unwischen Sachbearbeiter dran, der mit der Situation da-schickt-einer-einen-mit-Vollmacht-ausgestatten-Vertreter-vorbei wohl auch eher schlecht zurecht kam. (Und ich hatte ein echt schlechtes Gewissen, dem Musiker das aufgebürdet zu haben).
Musiker brachte mir dann auch schlechte Kunde mit: mein Antrag sei zwar ab jetzt eingegangen und Geld würde dann im Bewilligungsfall zu dem Zeitpunkt rückwirkend fließen. Aber zum Erstantrag müsse ich unbedingt und "ohne Möglichkeit da raus zu kommen" persönlich erscheinen.
Es folgte ein Testlauf (im wahrsten Sinne des Wortes ...) zum Arbeitsamt, den ich gut verkraftete. Da meine Familie mich zunächst auch weiter finanziell unterstützt und ich ja im Schutz der Krankmeldung war gestaltete es sich für das Arbeitsamt zunächst etwas schwierig, mit mir einen Termin zu vereinbaren ...
Schließlich (nach den Arztbesuchen) fühlte ich mich der Aufgabe gewachsen, hatte aber doch den Musiker dazugebeten und eine prophylaktische Vollmacht für ihn ausgestellt. Die Antragsabgabe lief aber sehr gut. Hatte eine sehr entspannte und freundliche Sachbearbeiterin. Jedoch erhielt ich zwei schlechte Nachrichten: das im Oktober seitens meiner Familie leihweise eingegangene Geld würde mir als Einkommen angerechnet werden (das werde ich also - anders als geplant - nicht schnell zurückgeben können; aber meine Familie hat diese Nachricht gelassen aufgenommen) und das Arbeitsamt will von meinen Ärzten wissen, ob ich binnen sechs Monaten wieder arbeitsfähig sein kann - andernfalls schieben die mich als arbeitsunfähig zum Sozialamt ab - und machen mich zum Spielball zwischen den Ämtern. Davor habe ich Angst.
Ich bin mir auch noch nicht so ganz sicher, was ich von der Sachbearbeiterin halten soll. Sie hat zunächst nicht auf mein Mitbringsel reagiert. Warum ich den Musiker dabei hatte, habe ich erst gegen Ende der Unterredung erwähnt. Sie hat auch nicht auf die vielen kleinen Post-it's reagiert, die mein Antragsformular zierten 8alles punkte, wo ich aus Unsicherheit lieber erstmal nichts angekeuzt habe). Habe ich später zwar noch angesprochen und sie hat drübergeschaut und meinte, das sei so in Ordnung - aber ich befürchte, da werd ich dann nochmal hin müssen (mit Termin und -vorlauf von einer Woche) und mein Antrag findet seinen Weg wieder ans untere Ende eines Stapels.
Die Zeit wird es zeigen ...

Ärztliche Bestandsaufnahme

Nach mehreren Monaten war ich nun zum ersten mal wieder bei meinen Facharzt für Psychatrie. Zunächst war ich bei meinem Hausarzt, weil mir da die Crew irgendwie entspannter erschien. Beide meine Ärzte (der Hausarzt und der Facharzt) haben unglaublich lange Termin-Wartezeiten, aber täglich eine kurze Sprechstunde, zu der man ohne Termin kommen kann. Für meinen ersten Besuch in einem öffentlichen gebäude, wo man rumsitzt und warten muss - da schien mir zunächst der Hausarzt die bessere Wahl.
So bin ich dann erst zwei Wochen später beim Facharzt gewesen. Während der Wartezeit war ich recht ruhig, obwohl die Hitze im Wartezimmer und meine leichte Aufregung natürlich Hand in Hand gegen mich arbeiteten. Ich war Punkt zur Sprechstunde erschienen, drei Leute vor mir im Wartezimmer. Die waren ruck zuck verschwunden. Dann begann das Warten. Nach einer halben Stunde ins Behandlungszimmer. Nach weiteren zehn Minuten kommt der Arzt, setzt sich. ich berichte: seit acht Wochen verlasse ich das Haus wieder, habe mich exmatrikuliert, bin beim JobCenter gemeldet, will krankgeschrieben werden.
Der Arzt notiert, fragt, ob ich noch neue Medikamente brauche. Sein einziger "fachlicher" Kommentar: Sie melden sich dann wieder?!