Arztbrief
Ich war ja Mitte des Jahres wegen einer Thrombose mit anschließender (kleiner) Lungenembolie im Krankenhaus. Dabei wurde auch eine Testreihe mit Bluttests angesetzt, um festzustellen, warum ich schon in so jungen jahren eine Thrombose habe und ob bei mir eventuell erblich bedingt ein erhöhtes Risiko für Thrombosen besteht.
Eigentlich war auch nach meiner Entlassung ein persönliches Gespräch in der der Abteilung angeschlossenen Ambulanz vorgesehen, dass ich aber wegen meiner Angsprobleme abgesagt habe. Statt dessen habe ich vor drei Wochen einen Arztbrief angefordert. Mittlerweile ist der dann auch eingetroffen. Und wow, bin ich nach dem Lesen angepisst!
- Testergebnisse: Am wichtigsten waren mir die Testergebnisse der Blutuntersuchungen - schließlich werde ich das mein Leben lang jedem Arzt erzählen (müssen). Die erteilte Auskunft ist jedoch höchst oberflächlich, nämlich Hereditäre Thrombophilie als heterozygote Faktor 2 Mutation oder einfacher genetisch bedingtes doppeltes Thrombose Risiko. Aber nichts über die durchgeführten Tests! Denn aus dem an meinem Krankenbett geführten Dialog meines Assistenzarztes und seines Chefs schließe ich, dass die Testreihe nicht wirklich standardisiert ist. Oder: Ich weiss nicht mal heutzutage, ob die wirklich alle 'angezeigten' Tests durchgeführt haben - wie blöd ist as, wenn ich in 30 Jahren einem Arzt berichten muß, das da 2006 was festgestellt wurde, und keiner weiß, welche neuen Erkenntnisse (und Tests) dann vorliegen. Das ärgerte mich sehr!
- Lungenentzündung: In Folge der Lungenembolie entwickelte sich eine leichte Entzündung des Lungengewebes, weswegen ich im Krankenhaus dreimal täglich einen Antibiotika-Tropf bekam. Da mein Entlassungstermin wegen anderer Umstände kurzfristig nochmal (über ein Wochende) nach hinten verschoben wurde, hatte ich nur veraltete Informationen über die weitere Behandlung dieser Lungenentzündung (hatte einfach vergessen, da noch mal nachzufragen). Bei meinem ersten Hausarztbesuch hab ich also die halbe Praxis in Arbeit gestürzt, rauszufinden, ob ich eigentlich noch weiter Antibiotika brauchte. Nach fünfmaligem weiterverbinden hat eine Sprechstundenhilfe schließlich als Antwort Nein erhalten.Der Arztbrief sagt nun aus Wir empfehlen weiterhin die Kontrolle der Entzündungsparameter nach Entlassung. Vier Monate später! (Und auch der Ambulanztermin wäre einen Monat nach Krankenhausentlassung gewesen ...)
- Angstsymptomatik: Die Angst hatte schon recht weit von mir Besitz ergriffen, was auch meinem behandelnden Arzt nicht verborgen geblieben war. Er bot mir an, die Einstellung auf weiterführende Medikamente durchzuführen (sprich: Antidepressiva), was ich aber im Vertrauen auf meinen Facharzt zurückwies. Weiterhin wies er mich auf eine örtliche Spezialklinik mit angeschlossener Ambulanz hin und stellte dies als weitere Therapiemöglichkeit vor, insbesondere wenn ich mit dem Fortgang meiner geplanten (ambulanten) Gesprächstherapie nicht zufrieden wäre. Im Arztbrif heißt es nun Wir [...] empfahlen die Aufnahme einer stationären Therapie. Daran kann ich mich nicht erinnern!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen