02 November 2006

Beim Arbeitsamt - Erstantrag

Jetzt war es soweit, dass ich zum ersten Mal selbst beim Arbeitsamt war. Bekanntlich war ich ja bis Ende Oktober Student, habe nichts verdient und entsprechend ist Hartz IV, was mich dann erwartet. Zunächt hatte ich Anfang Oktober - im Schutz einer ärztlichen Krankmeldung - Freund Musiker mit Vollmacht vorgeschickt, meinen Antrag klar zu machen. Er ist also hingegangen, hat vier(!!!) Stunden rumgestanden, bis er endlich dran kam. Dann hatte er einen eher unwischen Sachbearbeiter dran, der mit der Situation da-schickt-einer-einen-mit-Vollmacht-ausgestatten-Vertreter-vorbei wohl auch eher schlecht zurecht kam. (Und ich hatte ein echt schlechtes Gewissen, dem Musiker das aufgebürdet zu haben).
Musiker brachte mir dann auch schlechte Kunde mit: mein Antrag sei zwar ab jetzt eingegangen und Geld würde dann im Bewilligungsfall zu dem Zeitpunkt rückwirkend fließen. Aber zum Erstantrag müsse ich unbedingt und "ohne Möglichkeit da raus zu kommen" persönlich erscheinen.
Es folgte ein Testlauf (im wahrsten Sinne des Wortes ...) zum Arbeitsamt, den ich gut verkraftete. Da meine Familie mich zunächst auch weiter finanziell unterstützt und ich ja im Schutz der Krankmeldung war gestaltete es sich für das Arbeitsamt zunächst etwas schwierig, mit mir einen Termin zu vereinbaren ...
Schließlich (nach den Arztbesuchen) fühlte ich mich der Aufgabe gewachsen, hatte aber doch den Musiker dazugebeten und eine prophylaktische Vollmacht für ihn ausgestellt. Die Antragsabgabe lief aber sehr gut. Hatte eine sehr entspannte und freundliche Sachbearbeiterin. Jedoch erhielt ich zwei schlechte Nachrichten: das im Oktober seitens meiner Familie leihweise eingegangene Geld würde mir als Einkommen angerechnet werden (das werde ich also - anders als geplant - nicht schnell zurückgeben können; aber meine Familie hat diese Nachricht gelassen aufgenommen) und das Arbeitsamt will von meinen Ärzten wissen, ob ich binnen sechs Monaten wieder arbeitsfähig sein kann - andernfalls schieben die mich als arbeitsunfähig zum Sozialamt ab - und machen mich zum Spielball zwischen den Ämtern. Davor habe ich Angst.
Ich bin mir auch noch nicht so ganz sicher, was ich von der Sachbearbeiterin halten soll. Sie hat zunächst nicht auf mein Mitbringsel reagiert. Warum ich den Musiker dabei hatte, habe ich erst gegen Ende der Unterredung erwähnt. Sie hat auch nicht auf die vielen kleinen Post-it's reagiert, die mein Antragsformular zierten 8alles punkte, wo ich aus Unsicherheit lieber erstmal nichts angekeuzt habe). Habe ich später zwar noch angesprochen und sie hat drübergeschaut und meinte, das sei so in Ordnung - aber ich befürchte, da werd ich dann nochmal hin müssen (mit Termin und -vorlauf von einer Woche) und mein Antrag findet seinen Weg wieder ans untere Ende eines Stapels.
Die Zeit wird es zeigen ...

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